Dr. Thomas Haslinger im Stadtinterview

OB-Kandidat Dr. Thomas Haslinger spricht im Stadtinterview darüber, wie er die Verkehrsprobleme lösen, die Stadtfinanzen in Griff bekommen und wie er Familien unterstützen will.

Herr Dr. Haslinger, bei der Kommunalwahl am 15. März treten Sie für die CSU an. Warum wollen Sie Oberbürgermeister von Landshut werden?
Weil ich meine Heimatstadt Landshut liebe. Ich bin hier geboren, aufgewachsen und lebe mit meiner Familie in Landshut. Und deshalb möchte ich aktiv mitgestalten, wie sich unsere Stadt weiterentwickelt.

Was wollen Sie anders machen als der bisherige Oberbürgermeister?
Ich denke, wir brauchen einen Oberbürgermeister mit kooperativem Führungsstil. Einen, der Entscheidungen nicht alleine trifft und darauf hofft, dass die Mehrheit ihm folgt, sondern einen, der die Fraktionen im Stadtrat bei seiner Politik mitnimmt und gemeinsam mit dem Stadtrat nach dem besten Weg für Landshut sucht – über Parteigrenzen hinweg.

Bis 2016 führte der beliebte Oberbürgermeister Hans Rampf die Stadt Landshut. Was konnten Sie von ihm lernen?
Gute Ideen und ein strategischer Plan sind zwar wichtig, aber das Herz in der Politik entscheidet. Dass man als Oberbürgermeister für die Menschen immer da sein, ansprechbar sein und allen Menschen immer mit dem gleichen Respekt gegenübertreten sollte. Und dass man immer im Dienst ist, 365 Tage im Jahr, notfalls 24 Stunden am Tag.

Was ist für Sie das Besondere an unserer Stadt?
Landshut profitiert einerseits von der Nähe zur Metropolregion München, zum Flughafen und der zentralen Lage in Europa. Wir sind eine weltoffene Stadt. Andererseits sind wir eine Stadt, die ihr Selbstbewusstsein aus ihrer großen Geschichte zieht. Wir leben mit Stolz unsere Traditionen. Vor allem sind es  die vielen tausend Menschen, die durch ihr Engagement Landshut so einzigartig machen. Sei es bei den Blaulichtorganisationen, im Sport, in Kunst, Kultur oder Brauchtum, als Unternehmer oder in der Kommunalpolitik. Diese Beteiligung an unserer Gesellschaft, am Miteinander, das Zeichen, dass eben nicht alles egal ist – das ist bei uns besonders stark ausgeprägt.

„Wir brauchen ein Gesamtkonzept, in dem das Auto genauso seinen Platz hat wie das Fahrrad, der Bus oder der Fußgänger.“
Dr. Thomas Haslinger
OB-Kandidat der CSU

Das klingt beinahe wie eine Liebeserklärung an Landshut – und doch sind Sie ja mit einigen Dingen unzufrieden…
Landshut hat in den vergangenen Jahren ein extremes Wachstum erfahren – damit entstehen natürlich Herausforderungen, die wir annehmen und aktiv angehen müssen.

Verkehrsbelastung ist ein großes Thema für die Stadt. Haben Sie hierzu Pläne?
Das Kernproblem dabei ist die Infrastruktur. Wir sind mit den Umlandgemeinden Altdorf, Ergolding und Kumhausen eine Region mit 100.000 Einwohnern, die Verkehrsinfrastruktur ist aber eher für 50.000 ausgelegt. Erstens benötigen wir die B15n und die Westumfahrung mit jeweiliger zügiger Weiterführung durch den Landkreis Landshut, damit wir den Durchgangsverkehr aus der Stadt bekommen. Zweitens müssen wir alles tun, dass wir auf den Achsen nach München und Regensburg möglichst viele Menschen auf die Schiene bekommen und Landshut als S-Bahnhalt noch enger an München anbinden. Drittens müssen wir den Fahrradverkehr innerstädtisch klug fördern und viertens den ÖPNV durch Maßnahmen wie Anruf-Sammeltaxis und bedarfsorientierte Fahrgastbeförderung noch besser machen. Dabei sollte uns eines klar sein: Jeder Mensch hat aufgrund seiner Lebenssituation ein individuelles Mobilitätsbedürfnis. Wir brauchen ein ganzheitliches Konzept, in dem das Auto genauso seinen Platz hat wie das Fahrrad, der Bus oder der Fußgänger.

Wohnraum ist in Landshut ein knappes Gut, bei den steigenden Preisen kommen viele Menschen nicht mehr mit. Wie wollen Sie hier gegensteuern?
Auch hier müssen wir auf einen Mix achten. Das Einfamilienhaus hat
für mich genauso seinen Platz in Landshut wie Geschosswohnungsbau. Wir wollen einerseits das vom Stadtrat beschlossene Einheimischenmodell mit Leben füllen, um jungen Familien aus der Region die Möglichkeit zu geben, ein Eigenheim vergünstigt in der Stadt zu erwerben.

 

Andererseits müssen wir mehr bezahlbaren Wohnraum im Geschosswohnungsbau schaffen. Hier setzt die CSU auf Genossenschaften und private Investoren. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ist aus finanziellen und kapazitären Gründen nicht in der Lage, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Wer etwas anderes behauptet, streut den Menschen Sand in die Augen und erweckt falsche Erwartungen.

Sicherheit und Integration liegt den Landshutern am Herzen. Welche Ideen haben Sie hierzu?
Ich will einen Runden Tisch zur Sicherheit in Landshut aufbauen, an dem alle relevanten Akteure beteiligt sind. Die Probleme sollen klar benannt und offen besprochen werden. Insbesondere durch Prävention müssen wir früh tätig werden.

„Jeder, der fleißig ist, arbeiten will und unsere Werte akzeptiert ist herzlich willkommen in unserer schönen Stadt."
Dr. Thomas Haslinger
OB-Kandidat der CSU

Ich werde als Oberbürgermeister nicht akzeptieren, dass sich kriminelle Strukturen bilden. Gerade beim Thema Drogen sind wir im Bereich der Alten Kaserne sehr gefährdet. Menschen, die zu uns kommen, muss klar sein, welche Werte und Normen in Landshut gelten. Deshalb will ich ein klares Leit- und Wertebild für Landshut gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeiten und vorleben. Jeder, der fleißig ist, arbeiten will und unsere Werte akzeptiert, ist herzlich willkommen in unserer schönen Stadt.

Die Digitalisierung ist ein großes Thema. Fluch oder Segen für die Stadt?
Die Digitalisierung stellt uns natürlich vor Herausforderungen, aber ich sehe vor allem die Chancen. Gerade älteren Menschen oder Menschen mit Behinderung bietet sie die Chance an mehr Teilhabe am Stadt- und Gesellschaftsleben. Auch bei Behördengängen könnten wir Erleichterungen für alle Bürger erzielen. Wir sollten aber auch den verantwortungsbewussten Umgang mit der Digitalisierung bewusst schulen.

Der Handel im Internet wächst stark. Inhabergeführte Geschäfte haben‘s immer schwerer. Ist denn unsere Innenstadt langfristig überhaupt noch zu retten?
Das Anwachsen des Internethandels werden wir nicht stoppen. Aber wir haben eine sehr attraktive Innenstadt. Beides kann nebeneinander existieren. Gemeinsam sollten wir daran arbeiten, dass wir eine Einkaufs- und Erlebnisinnenstadt werden, in der die Menschen gerne einkaufen, weil damit auch ein Lebensgefühl verbunden ist.

Landshut hat eine starke Wirtschaft und eine niedrige Arbeitslosigkeit. Wie steht die Stadt in zehn Jahren da?
Ich denke, wir haben alle Chancen, unsere Wirtschaft zu stärken und auch in zehn Jahren gut dazustehen. Dazu ist es wichtig, dass wir diversifizieren, neue Unternehmen nach Landshut locken, Start-Ups und neue Industrie- und Dienstleistungsunternehmen fördern sowie unserer Automobilindustrie und den Zulieferbetrieben helfen, die Entwicklungen in den kommenden Jahren positiv zu gestalten.

Landshut ist ja auch Kultur- und Hochschulstadt. Wie sollte sich Landshut die nächsten Jahre entwickeln?
Wir sind die Bezirkshauptstadt Niederbayerns und damit auch kulturelles Zentrum Niederbayerns. Die Stadt Landshut gibt bereits heute sehr viel Geld im freiwilligen Bereich für Kultur aus. Das ist richtig und angemessen für eine Stadt wie Landshut. Für mich ist wichtig, dass wir einerseits bei den beiden Großprojekten – Museum und Stadttheater – vorankommen, anderseits auch im ehrenamtlichen Bereich auf die kulturelle Vielfalt achten.

Die Hochschule möchte ich noch enger mit der Stadt verbinden. Ich werde mich für neue Studiengänge im naturwissenschaftlichen Bereich einsetzen. Ich fände eine Bauingenieursfakultät beispielsweise sehr gut. Und ich möchte, dass Stadt und Stadtwerke zukünftig duale Studiengänge in Kooperation mit der Hochschule anbieten. So können wir dauerhaft guten Personalnachwuchs sicherstellen.

„Landshut ist kulturelles Zentrum Niederbayerns. Beim Museum und dem Stadttheater müssen wir vorankommen."
Dr. Thomas Haslinger
OB-Kandidat der CSU

Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Kinderbetreuung liegt vielen in der Stadt am Herzen. Wie wollen Sie Familien besser fördern?
Wir müssen weiter an der Ausweitung des Betreuungsangebotes auf allen Ebenen arbeiten. Wir haben selbst eine kleine Familie und wissen nur zu gut um die Probleme. Dabei freut es mich, dass alle Fraktionen hier mitziehen. Vor kurzem erst haben wir auf Antrag meiner Fraktion im Stadtrat einstimmig das Projekt „Kinderfreundliche Kommune“ ins Leben gerufen.

Um die Stadtfinanzen steht es ja mittlerweile nicht mehr so gut.
Wie wollen Sie als Oberbürgermeister dieses Thema in den
Griff kriegen?
Ich sehe drei Ansatzpunkte: Erstens müssen wir mit dem Freistaat, dem Landkreis und den Umlandgemeinden in Gespräche eintreten, wie wir zukünftig die Finanzierung vieler Projekte gemeinsam hinterlegen können. Zweitens müssen wir neue Gewerbesteuerzahler ansiedeln. Drittens: Wir müssen uns bei Projekten kritisch hinterfragen, ob es immer die Goldrandlösung sein muss oder ob es nicht auch günstigere Optionen gibt.

 

Was sagt eigentlich Ihre Familie dazu, dass Sie der nächste Oberbürgermeister werden wollen?
Meine Frau Karina ist ja ebenfalls Mitglied des Stadtrates und steht voll hinter dieser Entscheidung. Ich glaube, anders würde es auch nicht funktionieren. Es ist ein großer Vorteil, wenn der Partner die Leidenschaft für Politik teilt und vor allem Verständnis für die Termindichte eines Oberbürgermeisters aufbringt. Und auch der Rest der Familie unterstützt mich zu 100 Prozent. Dafür bin ich sehr dankbar.

Wie man hört, erwarten Sie just am Wahltag Ihr zweites Kind…
Das ist in der Tat richtig. Der eine oder andere meinte schon mit einem Augenzwinkern, dass wir den Termin perfekt gewählt hätten. In der Realität stellt sich das natürlich etwas anders dar. Man kann sich wohl gut vorstellen, dass es für meine Frau Schöneres gäbe, als hochschwanger ihren eigenen Wahlkampf machen zu müssen. Wir freuen uns aber natürlich trotzdem sehr darauf. Ich nehme mir auch im Wahlkampf die Zeit, um mit meiner Frau und meinem Sohn etwas zu unternehmen.

Die CSU ist so geschlossen, wie lange nicht mehr. Sie wurden mit fast 100 Prozent zum Spitzenkandidaten nominiert. Was ist Ihr Erfolgsrezept als CSU-Kreisvorsitzender?
Der Vorsitzende ist immer nur so stark wie sein Team – und dieser Zusammenhalt ist das Erfolgsrezept. Ich freue mich einfach, dass wir den Neuanfang geschafft haben, an einem Strang ziehen und jetzt alle Kräfte auf eine gute Politik für Landshut lenken können.

Was wäre Ihre erste Amts-
handlung als neuer Ober-
bürgermeister?
Eine Antrittsrede mit dem Angebot an alle Stadträte parteiübergreifend am Erfolg für unsere Stadt mitzuarbeiten.

Gibt es eine Aufgabe, auf die
Sie sich besonders freuen?
Ja, das Anzapfen beim Dultauszug. Mal sehen, wer eine Bierdusche abbekommt, wenn ich beim ersten Mal den Zapfhahn falsch einschlage. (lacht)

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CSU-Kandidaten für unseren Stadtrat
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Neuer Oberbürgermeister für Landshut

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Am 15. März 2020 ist Kommunalwahl in Landshut!